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(04) Bariloche, Isla de Chiloè, Vulkane, Aurecanien-Wälder, Santiago bis Mendoza

Wie bereits erwähnt und auf den Fotos zu sehen, wird der Himmel um den bekannten Touristenort Bariloche meistens nicht mehr blau und bleibt von einer grauen Bimsstein-Aschewolke verdeckt. Am Seeufer sind dicke Schichten Bimssteinbrocken (bis 3cm groß) angeschwemmt. Es macht also nicht viel Spaß hier zu sein. Es kommt aber noch dicker. Unsere Strecke nach Osorno in Chile führt durch das Zentrum des Nahuel Huapi Nationalparks mit dem - u.a. traumhaft gelegenen Städtchen „Villa la Angostura“, das jetzt unter einer 30 bis zu 50cm starken Ascheschicht erstickt. Viele Häuser und Höfe sind schon verlassen. Die übrig Gebliebenen versuchen sich mit allen Mitteln gegen die immer wieder herunter rieselnden Aschemaßen zu befreien. Die riesigen Haufen an den Straßenrändern sind nur ein kleiner Teil.

In Chile sehen wir den Verursacher, den Vulkan Puyehùe, aus ein paar Kilometern Entfernung weiter seine Achewolken verbreiten.

Kurz vor Osorno sehen wir ein Privates „Auto Museum“. Es ist schon recht spät am Abend. Der Besitzer lässt es sich aber nicht nehmen, uns persönlich seine Geschichte zu erzählen und das Museum zu zeigen. Wir haben ein angeregtes Gespräch mit Ihm, das wir am nächsten Morgen wieder fortsetzten. In dem angeschlossenen Restaurant essen wir ein leckeres „Cordero Patagonico“ (Lammbraten) mit einem guten Wein.

Auf der „Isla Chiloè“ fahren wir zu ein paar verwunschenen Ecken und sehen uns auch mehere der bekannten Holzkirchen der jesuitischen Missionare aus den 17.Jh an. Die Inselhauptstadt Castro erleben wir an einem Sonntag, wie sie erst so gegen 14:00 Uhr zum Leben erwacht. In Chile und Argentinien geht alles etwas später los wie in Europa; dafür sind die Menschen bis in die späte Nacht aktiv.

Auf alten stillgelegten Brücken werden Meeresalgen zum Trocknen ausgelegt. In fast jeder freien Bucht auf der Ostseite sind Muschelzuchtanlagen. Weiter draußen und im Süden sind die Fischzuchten untergebracht. Fast alle Lkw’s sind mit der Versorgung oder Abtransport dieser „Industrie - Produkte“ beschäftigt.

Wir fahren wieder Richtung Norden – vorbei an Pto. Varas an den Fuß des Vulkans Osorno. Auf dem Weg dorthin, an einer Stromschnelle, lernen wir eine amerikanisch/kolumbianische Familie kennen, mit der wir uns lange angeregt unterhalten. Sie wohnen aktuell in Conneticut/USA, weil Ihnen Kolumbien ein zu heißes Pflaster (sozial) wurde. Wir haben bis jetzt nur wenige „Ausländer“ getroffen, da wir anscheinend nicht unbedingt auf den bekannten Pfaden wandeln – so kommt es uns zumindest vor.

Die Gegend zwischen Pto. Montt und der Stadt Osorno war Einwanderungsgebiet für viele deutsche, als die chilenische Regierung den Süden besiedeln wollte. Die Einwanderer bekamen Land, Tiere und Geld. Das Deutschtum wird zum Teil präsentiert, als ob ein Preuße eine Pizzeria am Bodensee betreibt.

Der „Süden“ Chiles ist das Hauptferiengebiet. So sind einige Städte und Regionen dem entsprechend gewachsen und ausgebaut. Erst wieder im nördlicheren Teil der Vulkanregion um Villarrica und Pucòn wird es wieder ruhiger. Wir erleben einen wunderschönen Nationalpark um den Vulkan Llaima, wo wir 2 Tage an einer ruhigen Grünen Lagune verbringen. Uns umgibt ein gigantisches Lavagebiet. Eine 200km Ripio (Piste) führt uns durch unberührte Araucanien-Wäldern und vorbei an einem Waldbrand, entlang der argentinischen Grenze, durch einen ehemaligen 4,5km langen Eisenbahntunnel nach Malalcuhuello. In diesem Ort ist eine schöne Thermalquelle mit Bad. Hier lassen wir, im bis 42°C heißen Wasser, die Seele baumeln.

Die Araucanienbäume waren in Chile früher weit verbreitet und wachsen weitgehend nur noch in abgeschiedenen Gebirgsregionen. Die Piste sieht auf den Fotos harmlos aus, verlangt aber viel Ausdauer und Aufmerksamkeit des Fahrers. Mit steilen, engen, ausgefahrenen Kehren und abgerochenen Straßenstücken. Manchmal hängen ca. 15m Leitplanke frei über einen tiefen Abgrund.

 

Wir fahren durch weite Täler mit Getreidefeldern zur Ruta Panamericana 5 nach Norden. Auf dem Weg liegen die „Salto de Laja“ ein etwa 50m hoher Wasserfall von Chiles größtem Fluss. Bei unserem Besuch war nicht allzu viel Wasser im Fluss, dafür aber Unmengen an Menschen die sich auf  verschmutzten Camping-Plätzen nieder ließen. Einem französischen Pärchen mit 2 Kindern, die wir etwas abseits trafen hatten den gleichen Eindruck und sind wie wir weitergefahren.

Wir wollten von Talca aus den kleinen Pass „Passo de Maule“ nach Argentinien fahren, erfahren aber auf halber Strecke zum Pass, daß er seit ein paar Tagen wegen Straßenbauarbeiten gesperrt wurde. Der etwas nördlicher liegende Pass soll für uns z.Zt. auch nicht befahrbar sein. Also fahren wir über den Hauptverbindungs-Pass, der von Santiago nach Mendoza führt. Der Pass hat auf chilenischer Seite viele steile Serpentinen bis auf über 3.000m Höhe. Eine spektakuläre Kulisse. Der 4,5km lange Tunnel „Redentor“ macht ihn ganzjährig befahrbar. Auf dem folgenden argentinischen Hochtal sieht man die Reste der Schutztunnel für die aufgegebene Schmalspur Eisenbahnstrecke. Wir haben Glück und unsere Grenzformalitäten sind nach 3h Wartezeit in 15min erledigt. Am späteren Nachmittag, sahen wir noch eine riesige Warteschlange. Auf halben Weg nach Mendoza bleiben wir über Nacht an einem Fluss stehen. Am nächsten Morgen ist der Himmel grau verhangen und die 33°C vom Vortag sind auf 17°C abgekühlt. In der Stadt sehen wir überall Spuren von kleinen Überschwemmungen. Wir versorgen uns wieder mit Diesel – den wir erst an der 5. oder 6. Tankstelle auch bekommen. Der Tankwart klagt mir sein Leid. Den Diesel, den er mir gerade tankt, hat er erst am Vorabend bekommen, nach dem er 5 Tage lang nur noch Autogas verkaufen konnte. Kein Benzin, kein Euro-Diesel – nichts!.

Ich habe mich u.a. mit einem Lkw-Fahrer unterhalten, der auch Bolivien befährt, und er bestätigte mir die Berichte, dass es im Grenzbereich von ca. 300 bis 400km, kein Diesel an Ausländer verkauft wird. Die Ausländer (Chilenen, Argentinier, etc.) sollen den 3fachen Preiss bezahlen, aber damit das überhaupt geht, müssen Unmengen von Papieren ausgefüllt werden und darauf haben die Bolivianer angeblich keine Lust. Sonst soll es z.Zt. auch ziemlich rundgegen im Land mit vielen Straßensperren von Streikenden. Im „Alti Plano“ (das südliche Hochland - Wüste), was uns am meisten interessiert, soll es ruhiger sein.

Vamos aver, manana es un otra dia.

Wir möchten erst mal wieder Richtung Süden zu den Wüsten und Vulkanen in der Gegend um San Rafael.

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(03) Gletscher, Carretera Austral, San Corlos de Bariloche

Das Neue Jahr beginnen wir mit einer Wanderung, die uns oberhalb von Ushuaia in die Berge führt. Wir haben einem wunderschönen Panoramablick über die Bucht und den Beagelkanal. In einem Hotel das am Weg liegt, trinken wir noch guten Kaffee.

Am nächsten Tag fahren wir bis an das Ende der „Ruta Nacional 3“ in der Bahia Blanca die hier nach 3.079km von Buenas Aires aus endet. Die „RN 3“ führt von Buenas Aires entlang der Atlantikküste bis nach Feuerland – endlose Pampa und Steppe. Erst der südlichte Teil Feuerlands hat wieder Wälder. Im Nationalpark „Tierra del Fuego“ verbringen wir 2 schöne Tage mit Wanderungen durch wilden- ursprünglichen Wald.

Nun fahren wir Richtung Norden, nach Punta Arenas und einer Pinguinkolonie. In Puerto Natales erkundigen wir uns, wie es mit dem Waldbrand steht, der am 28. Dez. im Nationalpark „Torres de Paine“ ausgebrochen ist. Alle Informationen ergeben, dass der Park offen ist. Wir fahren die 100km Piste zum Südeingang und stehen vor verschlossenen Schranken. Die Parkwächter zeigen uns auf einem Plan, daß nur ein kleiner Teil im Osten offen ist. Die schönsten Teile um den Lago Roca mit Gletscher und angrenzende Seen liegen unter einer Rauchwolke. Löschhubschrauber sind im Dauerersatz. Wir sehen uns den Park von einer Anhöhe an und endschließen uns nach Argentinien, an den Gletscher Perito Moreno zu fahren. Wir stoßen in Argentinien wieder auf die sagenumwobene „RN 40“, die von Rio Gallegos entlang der argentinischen Anden, ca. 5.200km bis an die bolivianische Grenze führt. Sie hat etwas an ihrer berüchtigten „Härte“ eingebüßt. Im Süden und mittleren Teil sind noch etwa 1.400km nicht asphaltiert, was aber nicht heißt, daß man auf den befestigten Teilen unbegrenzt sorglos unterwegs sein kann.

In Calafate treffen wir auf einem touristisch geprägten Ort. Der Einstieg in den südlichen Teil des „P.N. Los Glacieres“. Der Gletscher Perito Moreno fällt uns auf den letzten Kilometern der Zufahrt mit seinem blauen Eis ins Auge. Das Gletschereis teilt die Seen Lago Argentino und den Lago Roca. Zwischen den Seen sind 5m Wasserstands Unterschied, die manchmal, wenn der Gletscher große Eisstücke verliert, wie vor ca. 7 Jahren geschehen - eine Verbindung zwischen den Seen frei gibt.

Die Aussichtsplattformen sind mit Stegen verbunden, von denen wir sehr schöne, verschiedenen Seiten des Gletschers beobachten können. Es knistert und knackt – er ist ständig in Bewegung. Eisstücke brechen mit Getöse ab.

In Chaltèn unternehmen wir eine Bergtour zu einem der Gletscher des Fitz Roy,

einem extrem schwierig zu besteigenden Berg. Sein Gipfel ist meistens in Wolken gehüllt. So auch bei unserem Besuch. Nur kurz haben wir den Gipfel in einer leichten Schleierwolke gesehen. Das Wetter wechselt bei unserer Wanderung von sonnig warm (25°C) bis stürmischen Schneefall – Patagonien pur! Die Landschaft abwechslungsreich mit vielen Bachläufen und Seen.

Wir fahren weiter auf der RN 40 Richtung Norden bis zum Ort Perito Moreno am Lago Buenas Aires, wo wir auch wieder Diesel an einer Tankstelle bekommen. Bei unserer Abfahrt in Calafate und an den folgenden Tankstellen waren alle leer (allgemeine Dieselknappheit). Wir sind froh, daß wir eine große Reichweite mit unserem Auto haben. Wir fahren nach Chile auf der wunderschönen Carretera 256 entlang des Sees, der in Chile Lago General Carrera heißt. Im Südwesten stoßen wir auf die Carretera Austral (Teil der Panamericana) und fahren in die kl. Ortschaft Puerto Tranquilo und weiter mit einem Boot zu den "Grutas de Marmol". An zwei Stellen des Sees gibt es Marmorfelsen, wo im Laufe der Zeit durch verschiedenen Wasserständen, Grotten ausgewaschen wurden.

Weiter auf der C.Austral fahren wir durch eine der schönsten Landschaften, die wir seit langen gesehen haben, der „Kalte Regenwald“. Wir übernachten an einem Fluß mitten im Dschungel. Wir sehen und hören die verschiedensten Vögel und sonst. Tiere. Ein Kolibri fliegt von Blüte zu Blüte – herrlich! Es ist verblüffend, wie in „kurzen“ Abständen die Landschaften wechseln - durch Naturereignisse - wie Vulkanausbrüchen oder durch die Barrieren der Berge verursachte klimatische Veränderungen.

Wir fahren wieder nach Argentinien. Da die Fährverbindungen auf die Insel Chiloè schon lange im Vorfeld gebucht werden müssen, werden wir sie von Norden aus besuchen.

Wir fahren wieder auf der RN 40 Richtung San Carlos de Bariloche und übernachten in Bolson bei einer der vielen kl. „Cerveceria“ (Brauerei) und probieren das hausgemachte Bier. Bei der Einfahrt nach Bariloche holt uns die Zivilisation wieder ein. Auch die Auswirkungen des anhaltenden chilenischen Vulkanausbruchs, sind unübersehbar. Alles ist mit einer grauen Staubschicht überzogen und der Himmel wird nicht blau. Wir entscheiden uns bald weiter zu fahren – Richtung Osorno/Chile, weiter zur Isla Chiloè.

Einige haben uns mitgeteilt, daß sie vergeblich versucht haben uns auf unseren Händys zu erreichen. Im argentinischen und chilenischen Süden sind die Telef.-Netze nur in unmittelbarer Nähe der Ortschaften vorhanden – wenn überhaupt. Wir übernachten meistens draußen in der Natur. Es soll sich weiter im Norden verbessern. SMS sind bis jetzt alle angekommen!

Tel. Argentinien: 005491163564702

Tel. Chile: 005681252405

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(02) Bis ans Ende der Welt

Auf Strecke nach Peninsula Valdes übernachten wir in der Nähe von „Las Grutas“ am Strand mit herrlichen Dünen. Die allgegenwertigen Quad-Fahrer hinterlassen ihre bald wieder zugewehten Spuren im Sand.

Auf Valdes treffen wir zufällig zwei Mitreisende vom Schiff wieder und verbringen zusammen Heiligabend. Tags drauf fahren wir zu den bekannten Stränden mit Seelöwen und Pinguinen. Die Saison der Walbeobachtungen ist vorbei.

Wir sehen bei unserer Inselrundfahrt (250km Piste) die ersten Nandus, Guanacos, Gürteltiere, Pinguine und Seelöwen.

Wir folgen der RN 3 Richtung Süden, besuchen versch. Nationalparks, Strände und Städtchen. Der Nationalpark „Bosque Petrificado“ (verst. Baumriesen) liegt in einer wunderschönen Wüstenlandschaft. Die Bäume sind vor ca. 130 Mio. Jahren von einem naheliegenden Vulkanausbruch mit Asche bedeckt worden und unter Einfluss von viel Zeit und Wasser versteinert.

Die Strecke der RN 3 entlang der Atlantikküste führt durch endlose Steppen und Wüsten.

Wir erreichen abends die Fähre zur Überfahrt über die Magelanstraße nach Feuerland. Es herrscht eine mächtige Strömung und die Schiffe fahren total versetzt gegen die Strömung zwischen den Ufern.

Der nördliche - chilenische Teil der Insel wird beherrscht von Steppen für Schafe. Im südlichen – argentinischen Teil tauchen langsam Wälder und hohe schroffe Berge mit Seen auf. Ushuaia – am Ende der Welt (die südlichste Stadt der Welt) ist primer, wie uns schein, auf Kreuzfahrtschiffe und Antarktisreisen ausgelegt. Die Umgebung ist ein herrliches Wandergebiet. Die Wälder, Glätschergebiete und Seen sind weitestgehend naturbelassen.

Silvester feiern wir in einem bunten Kreis von Reisenden (Fahrrad.- Motorradfahren, Campern, Wohnmobilen) aus den verschiedensten Ländern.

Wir bleiben noch ein bisschen am „Fin del Mundo“ und werden uns dann Richtung Norden zu den Anden aufmachen - RN 40 und Carretera Austral.

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(01) November - Dezember 2011
 
Am 9. Okt. können wir an Bord unseres Schiffes - die Grande Amburgo in Hamburg. Der Tag ist so nebelig, dass wir nur das Heck mit der großen Heckrampe sehen können. Um Mitternacht legen wir ab mit Kurs auf Tilbury (London). Der Nebel ist sehr dicht und die langgezogene Dünung der Nordsee wiegt das Schiff gemütlich gen Westen. Untermalt wird die Fahrt durch das laute Nebelhorn.
In Tilbury treffen wir auf weitere Schiffe der Grimaldi Reederei die nach Nordamerika und Afrika fahren. Wir laden Neuwagen von Rover und BMW, Gebrauchtwagen für Afrika – wie schon in Hamburg, viele Container und Wirtschaftsgüter. Es ist enorm, was alles in die 214m langen und 13 Deck’s hohen Schiffe passt.
Der nächste Haven den wir anlaufen ist Antwerpen; zugleich Versorgungspunkt für die Atlantikflotte der Grimaldi’s - wie uns erklärt wird. 4 Tagen liegen wir im Hafen. Das Schiff wird wieder bis zum Oberdeck mit Autos beladen, Container werden auf dem großen Wetterdeck umgeladen. Wir machen einen Landgang und fahren mit einem Taxi in die etwa 35 min. entfernte Stadt, die uns gut gefällt.
In LeHavre, unseren letzten europäischen Haven laden wir französische Neuwagen für Dakar und etwa 40 Begleit-LKWs für die Dakar-Rallye. Mir erzählt der Lademeister, dass auf dem Schwesternschiff, das nach uns fährt, 800 Fahrzeuge der Rallye verladen werden. Auf einem anderen Schiff sei schon die Vorhut unterwegs. Die diesjährige Strecke führt von Mar Del Plata am Atlantik, in westlicher Richtung über die Anden nach Chile, nach Norden durch die Wüsten der Atakama, nach Peru und endet in Lima.
Auf der Fahrt nach Süden fahren wir mitten durch die Inselgruppe der Kanaren. Die Temperaturen steigen auf angenehme 25°C. Wir erfahren, dass wir Sierra Leone nicht anfahren werden um wieder Zeit gut zu machen, die das Schiff in Antwerpen länger gebraucht hat.
In Dakar liegen wir kurz auf Reede weil der Kai von einem anderen Grimaldi-Schiff belegt ist. Über der Stadt liegt eine stickige, staubige Dunstglocke wie wir sie aus einigen chinesischen Städten kennen. Nur die senegalesische Hauptstadt liegt am Meer und ein leichter Wind kommt von See!
Die Ware wird auf afrikanische weise umgeschlagen, auch die, für den nicht mehr angefahrenen Hafen in Sierra Leone.
Bei der Ausfahrt sehen wir, dass auch auf uns ein Schiff unserer Reederei auf den frei werdenden Platz wartet.
Bei der nun 6-tägigen Fahrt nach Vitoria in Brasilien passieren wir auch den Äquator. Die obligatorische Äquator-Taufe ist nicht nur für die Passagiere sondern auch für einige Manschaftsmitglieder obligatorisch.
2. Dezember
Der Hafen von Vitoria liegt in einem Fjord. Die Hafen-Einfahrt überspannt eine 60m Hohe Brücke. Die Ufer sind am Anfang gesäumt mit netten Häusern. Je weiter es in den Fjord hinein geht, wird der Industrie Charakter deutlicher. Am Ende angelangt, machen wir fest. Vom Schiff können wir beobachten, wie riesige Schwimmkräne ca. 20 bis 25m große Kabeltrommeln verladen. Wie wir vermuten später, dass die aufgewickelten Leitungen auch Unterwasserpipelines sein können, für die vor der Küste in großer Zahl vorhandenen Bohrinseln.
Unser Kurs führt weiter südwärts, entlang der brasilianischen Küste nach Rio de Janeiro. Die Copacabana, den Zuckerhut vor Augen liegen wir wieder auf Reede. Das Wetter ist schwül. Die Bucht und die angrenzenden Berge werden fast verschluckt von Wolken und Dunst. In Rio können wir nicht von Bord, da wir in der Nacht eingelaufen sind und gegen Mittag wieder ablegten.
Der folgende Hafen ist Santos, der Industriehafen der Region um Sao Paulo. Auch dieser Hafen ist ein Naturhafen. Gelegen in einer noch von Urwald umgebenen Mangroven Lagune. Die Stadt selber liegt auf einer Art Halbinsel umgeben vom kilometerlangem Hafen. In Santos hat die Reederei zusätzlich Fahrzeuge von VW angenommen, die wieder im nicht vorgesehenen Hafen von Paranagua entladen werden sollen. Vor Paranagua liegen wir etwa 20h bei gespenstig ruhiger See auf Reede.
Auf der gesamten Fahrt haben wir bisher eine sehr wohlwollende See erlebt. Wir sahen große Meeresschildkröten, Wale, fliegende Fische (wir sind nüchtern!) und mehrere Delfin Schulen.
Am Abend im Hafen angekommen, erleben wir einen 2h Monsunregen. Das Deck steht knöcheltief das Wasser.
Am darauf folgenden Tag auf See steht der Wind voll auf dem Bug mit bis zu 50Knoten (ca. 90km/h). Da der Wind nicht so lange anhält baut sich sie See nicht übermäßig auf.
Bei der Weiterfahrt nach Montevideo waren wir früh auf der Brücke. Eva wurde gefragt, ob sie das Schiff steuern möchte – das hört sich leichter an als es ist. Da merkt man, was der Autopilot zu tun hat.
Nach Montevideo fuhren wir ohne Wartezeit am Sonntag den 11.12. ein. Der Landgang in die direkt am Hafen liegende Stadt war ein gutes Training für die Beine. Lecker Cafe con Leche trinken etc.
Wir konnten auch nach Buenos Aires ohne Wartezeit einlaufen. Das Ausschiffen u. die Zollpapiere erledigte der Agent von Grimaldi und so konnten wir gegen Mittag am 12. den Hafen verlassen – Super!
 
Buenos Aires 12. bis 18.12.11
 
Wir sind gut eine Woche in der Metropole Argentiniens. Wir besorgen uns eine Telefonkarte (+5491163564702) und sehen uns die Stadt von unseren Hafenstandplatz an. Das Wetter ist sehr gemischt, Sonne, Wind und Regen. Die Stadt fasziniert uns mit dem regen Treiben in den Straßen. Wir genießen die „Cafes“ mit leckeren Kaffee und frischen Media Lunas und die neue Hafenmeile „Puerto Madero“. Am Ende der Woche fahren wir zu unserem Freund und seiner Familie aus Ibiza, der seit ca. 4 ½ Jahren in der Stadt lebt. Seine Frau organisiert eine Bootstour durch das Flussdelta „Tigre“. Eines der größten Deltas der Welt mit ca. 17.000 qkm. Einige Bereiche sind bewohnt und nur per Boot zu erreichen. Eine Fülle an Kanälen und Flussarmen durchzieht das Delta. Die Gegend ist faszinierend.
 
Wir fahren nach Süden
 
Wir fahren mit unseren Freunden durch die Pampa, über die Sierra la Ventana, Bahia Blanca an den Rio Negro, etwa 100 km östlich von Neuquén (Patagonien), wo die Familie zuhause ist. Die „Chacra“ (Obstplantage) liegt im Tal des Flusses, umgeben und durchzogen von etwa 25-30m hohen Pappelalleen. Die angebauten Äpfel werden zu einem Apfel-Wein/Sekt (5,5-6,5%Alkh.) vergoren, der angenehm schmeckt.
Auf der Fahrt dorthin fragte ich mich irgend wann, ob ich jemals wieder Kurven fahren kann. Die letzten 350km hatten nur 2 ganz leichte Biegungen im Straßenverlauf.
 
Wir fahren weiter zur Peninsula Valdés.

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